Gesetzgebung

Wichtige Änderungen 2024 – Das sollten Arbeitnehmer wissen

Neues Jahr, neue Gesetze: Arbeitnehmer können sich auf einige Änderungen 2024 freuen. Dazu zählen die Anhebung des Mindestlohns – auch für Azubis – sowie Änderungen beim Kinderkrankengeld.
Wichtige Änderungen 2024 für Arbeitnehmer - Das sollten Sie wissen

Änderungen 2024: Der Jahreswechsel bringt vor allem für Arbeitnehmer einige bedeutsame Anpassungen mit sich. Dies betrifft verschiedene Aspekte, von der Erhöhung des Mindestlohns bis hin zur auslaufenden Inflationsausgleichsprämie. Auch hinsichtlich der Pflicht zur Arbeitszeiterfassung zeichnet sich möglicherweise ein Fortschritt ab. Welche Änderungen betreffen Arbeitnehmer 2024? Worauf müssen Sie achten? Wir haben alle wichtigen Neuerungen kompakt für Sie zusammengefasst.

Mindestlohn steigt – Auch für Azubis

Ab dem 1. Januar 2024 erhöht sich der Mindestlohn von 12 Euro auf 12,41 Euro. Dieser Anstieg folgt dem Vorschlag der Mindestlohnkommission. Parallel dazu steigt die dynamische Geringfügigkeitsgrenze von 520 Euro auf 538 Euro monatlich. Diese Änderung ermöglicht Minijobbern, ab dem kommenden Jahr monatlich 18 Euro mehr zu verdienen, ohne dass zusätzliche Sozialversicherungsabgaben anfallen.

Im Jahr 2024 wird ebenfalls der Mindestlohn für Auszubildende im ersten Lehrjahr von 620 auf 649 Euro steigen. Diese Mindestlöhne sind im Berufsbildungsgesetz (BBiG) festgelegt, das 2020 eingeführt wurde und für Auszubildende in Betrieben ohne Tarifbindung gilt. Seit der Einführung wurde der Mindestlohn für Auszubildende jedes Jahr angepasst – und wird auch im Jahr 2024 weiter erhöht.

Für Azubis zeigt der Mindestlohn 2024 erneut
Auszubildende freuen sich über diese Änderungen 2024.

Neue Regelungen zu Höchstarbeitszeiten?

Die FDP und die Wirtschaft fordern eine weitere Flexibilisierung der Arbeitszeiten. Dabei wird auf die EU-Arbeitszeitrichtlinie verwiesen, die eine wöchentliche Höchstarbeitszeit vorsieht. Kompromisse könnten in Form einer zeitlich begrenzten Ausweitung der Höchstarbeitszeiten auf freiwilliger Basis gefunden werden, gleichzeitig könnte dies den Weg für Anpassungen des Arbeitszeitgesetzes und Regelungen zur Arbeitszeiterfassung ebnen.

Erweiterter Anspruch auf Kinderkrankengeld

Mit dem Auslaufen der Corona-Sonderregeln Ende 2023 kehrt die reguläre Anzahl an Kinderkrankengeldtagen pro Jahr zurück. Das Pflegestudiumstärkungsgesetz sieht jedoch eine Erhöhung des Anspruchs auf Kinderkrankengeldtage für die Jahre 2024 und 2025 vor. Ab sofort gelten demnach folgende Regelungen:

    • Elternteile haben in den Jahren 2024 & 2025 Anspruch auf je 15 „Kind krank“-Tage pro Kind (anstatt bisher 10)
    • Alleinerziehende können pro Kind 30 Arbeitstage beanspruchen (anstatt bisher 20)
    • Gesamtzahl der jährlichen Anspruchstage pro Elternteil steigt auf 35 Arbeitstage (anstatt bisher 25)
    • Alleinerziehende haben Gesamtanspruch auf 70 „Kind krank“-Tage im Jahr (anstatt bisher 50)

Neu ist auch die Möglichkeit, Kinderkrankengeld bei stationärer Mitaufnahme des erkranken Kindes zu erhalten. Gemäß dem Gesetz besteht dieser Anspruch während der gesamten Dauer der Mitaufnahme, ohne eine festgelegte Höchstanspruchsdauer. Wichtig: Diese Tage werden nicht auf die regulären Kinderkrankengeldtage angerechnet!

Der Anspruch gilt unter folgenden Voraussetzungen:

Diese Änderungen 2024 betreffen alle Eltern mit Kindern unter 12 Jahren
Kind krank? Eltern kleiner Kinder profitieren von diesen Änderungen 2024.

Änderungen 2024 bei Verpflegungspauschalen erwartet

Vorausgesetzt, der Vermittlungsausschuss stimmt dem Wachstumschancengesetz zu, wird es ab 2024 höhere steuerfreie Pauschalen für Verpflegungsmehraufwand bei Dienstreisen geben. Diese belaufen sich auf 16 Euro (anstatt bisher 14 Euro) für den An- und Abreisetag sowie 32 Euro pro Tag (anstatt bisher 28 Euro) für mehrtägige Reisen. Die Pauschale für Tage mit mehr als achtstündiger Abwesenheit beträgt ebenfalls 16 Euro. Derzeit liegt ein Regierungsentwurf vor, der eine Erhöhung auf 15 Euro bzw. 30 Euro fordert.

Zu beachten ist, dass die Verpflegungspausche nur in voller Höhe erstattet wird, wenn der Dienstreisende die Verpflegung selbst bezahlt. Bei vom Arbeitgeber übernommenen Mahlzeiten erfolgt eine entsprechende Kürzung des Spesensatzes. Mitarbeiter sollten deshalb ihre Ausgaben genau dokumentieren und alle Belege aufbewahren, um steuerliche Vorteile zu nutzen.

Änderungen 2024 betreffen auch Reisekostenabrechnung

Kommt 2024 das neue Arbeitszeitgesetz?

Im September 2022 entschied das Bundesarbeitsgericht, dass die Arbeitszeiterfassung grundsätzlich für die meisten deutschen Arbeitnehmer verpflichtend ist. Trotz dieser Entscheidung und der Absicht der Koalitionspartner, die gesetzlichen Grundlagen zur Arbeitszeiterfassung zu überarbeiten, sind bisher wenig konkrete Schritte erfolgt.

Ein erster Gesetzentwurf aus dem April 2023 liegt vor, aber Uneinigkeiten innerhalb der Regierungskoalition über Ausnahmeregelungen und Flexibilität bei der Arbeitszeiterfassung haben die Fortschritte bisher verzögert. Die gesetzliche Regelung der Arbeitszeiterfassung bleibt daher weiterhin ein offenes Thema, das im Jahr 2024 möglicherweise vorangebracht wird.

Arbeitszeiten 2024 digital erfassen & Arbeitszeit Pflicht erfüllen.

Letzte Chance für Inflationsausgleichsprämie

Das im September 2022 beschlossene dritte Entlastungspaket der Bundesregierung ermöglicht Unternehmen, ihren Mitarbeitern eine steuerfreie Inflationsausgleichsprämie (IAP) von bis zu 3.000 Euro zu zahlen. Die Zahlung ist im Zeitraum vom 26. Oktober 2022 bis zum 31. Dezember 2024 möglich.

Unternehmen können selbst entscheiden, ob sie den vollen Betrag ausschöpfen und ob sie die Leistungen auf einmal oder in mehreren Tranchen überweisen. Auch Sachleistungen sind erlaubt, jedoch besteht keine Pflicht zur Leistung der Inflationsausgleichsprämie.

Tanja Hartmann ZEP

Tanja Hartmann

Content Marketing Managerin bei ZEP

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