Wenn Sie Ihr Vertriebsteam fragen, wie der Monat läuft, bekommen Sie vermutlich eine zuversichtliche Antwort. Wenn Sie dann Ende des Monats die Zahlen sehen, erleben Sie manchmal eine Überraschung. Die meisten B2B-Unternehmen steuern ihren Vertrieb immer noch mit einer Mischung aus Erfahrung, Intuition und Hoffnung. Dabei zeigen aktuelle Daten einen klaren Trend: 70 Prozent der Vertriebsmitarbeiter bewerten CRM-Systeme als sehr wichtig für den Geschäftsabschluss und Unternehmen mit automatisierter Datenaktualisierung haben eine 22 Prozent höhere Mitarbeiterzufriedenheit. Vertriebscontrolling schafft genau diese datenbasierte Grundlage, die moderne Vertriebsorganisationen brauchen, um planbar zu wachsen.
Was ist Vertriebscontrolling? Die Definition
Vertriebscontrolling ist mehr als nur das Sammeln von Verkaufszahlen. Es handelt sich um die systematische Planung, Steuerung und Kontrolle aller vertriebsrelevanten Aktivitäten in einem Unternehmen. Das Controllingportal definiert Vertriebscontrolling als einen Teilbereich des Unternehmenscontrollings, der sich mit der Planung, Steuerung und Überwachung von Vertriebsprozessen und Vertriebsergebnissen befasst.
Vom Vertriebsbericht zum Steuerungssystem
Während klassische Vertriebsberichte lediglich abgeschlossene Umsätze dokumentieren, geht Vertriebscontrolling deutlich weiter. Es analysiert die gesamte Vertriebskette vom Lead bis zum Abschluss, identifiziert Engpässe in Prozessen und liefert fundierte Entscheidungsgrundlagen für strategische Weichenstellungen. Der entscheidende Unterschied liegt in der Handlungsorientierung: Vertriebscontrolling zeigt nicht nur, was war, sondern ermöglicht aktive Steuerung dessen, was kommt.
Abgrenzung zu Marketing-Controlling und klassischem Controlling
Vertriebscontrolling fokussiert sich auf die operative und strategische Steuerung des Verkaufsprozesses selbst, während Marketing-Controlling die vorgelagerten Aktivitäten zur Leadgenerierung überwacht. Das klassische Controlling betrachtet das Unternehmen aus einer Gesamtperspektive. Vertriebscontrolling bildet die Brücke zwischen beiden Bereichen und stellt sicher, dass Vertriebsaktivitäten messbar auf die Unternehmensziele einzahlen.
Die zentralen Aufgaben des Vertriebscontrollings
Vertriebscontrolling übernimmt eine Vielzahl von Aufgaben, die sich in vier Hauptbereiche gliedern lassen: Planung, Steuerung, Kontrolle und Analyse. Jeder dieser Bereiche spielt eine spezifische Rolle bei der Optimierung der Vertriebsleistung.
Absatz- und Umsatzplanung
Die fundierte Planung bildet das Fundament erfolgreicher Vertriebssteuerung. Hierbei werden Vertriebsziele festgelegt, Budgets definiert und Absatzprognosen erstellt. Eine realistische Planung berücksichtigt historische Daten, Marktentwicklungen und saisonale Schwankungen. Besonders wichtig: Die Planung sollte nicht top-down verordnet, sondern gemeinsam mit dem Vertriebsteam entwickelt werden.
Analyse von Kunden, Produkten und Regionen
Die systematische Analyse zeigt, welche Kunden den größten Deckungsbeitrag liefern, welche Produkte besonders profitabel sind und in welchen Regionen noch Potenzial schlummert. Dabei gilt das Pareto-Prinzip häufig: 20 Prozent der Kunden generieren 80 Prozent des Umsatzes. Diese Erkenntnis ermöglicht die gezielte Ressourcenallokation im Vertrieb.
Forecasts und Soll-Ist-Vergleiche
Regelmäßige Forecasts helfen, frühzeitig Abweichungen zu erkennen und Gegenmaßnahmen einzuleiten. Der klassische Soll-Ist-Vergleich zeigt, ob das Team auf Kurs ist oder nachsteuern muss. Moderne Ansätze arbeiten mit rollierenden Forecasts, die kontinuierlich aktualisiert werden, statt sich auf starre Jahresplanungen zu verlassen.
Identifikation von Abweichungen und Ursachenforschung
Wenn die tatsächlichen Ergebnisse von der Planung abweichen, beginnt die eigentliche Arbeit: die Ursachenanalyse. Liegt es an der Marktentwicklung? Sind die Angebote nicht wettbewerbsfähig? Funktioniert die Lead-Qualifizierung nicht? Systematisches Vertriebscontrolling liefert Antworten auf diese Fragen und ermöglicht gezielte Optimierungen.
Vertriebscontrolling Kennzahlen: Das Cockpit für Ihren Vertrieb
Kennzahlen sind das Herzstück jedes Vertriebscontrollings. Sie machen Leistung messbar, Trends sichtbar und Entscheidungen nachvollziehbar. Die Kunst liegt darin, die richtigen Kennzahlen auszuwählen und zu vermeiden, das Team mit zu vielen Metriken zu überfordern.
Die wichtigsten Kennzahlen im Überblick
Der Gesamtumsatz und seine Entwicklung bilden die Basis jeder Vertriebssteuerung. Entscheidend ist jedoch die Differenzierung: Umsatz nach Produktgruppen, Kundengruppen oder Vertriebskanälen. Die reine Umsatzzahl sagt wenig über die Profitabilität aus. Erst in Kombination mit Deckungsbeiträgen entsteht ein vollständiges Bild.
Die folgende Tabelle zeigt die zentralen Vertriebscontrolling Kennzahlen mit Berechnung und Orientierungswerten:
Effizienzkennzahlen richtig interpretieren
Umsatz pro Mitarbeiter, Angebote pro gewonnenem Auftrag oder die durchschnittliche Verkaufszykluszeit zeigen, wie effizient der Vertrieb arbeitet. Eine Studie zeigt, dass 78 Prozent der Leads bei dem ersten Anbieter kaufen, der auf ihre Anfrage antwortet. Geschwindigkeit ist also ein entscheidender Erfolgsfaktor.
Die Conversion Rate misst, wie viele Leads zu zahlenden Kunden werden. B2B-Unternehmen erzielen durchschnittlich eine Conversion Rate von 3 bis 4 Prozent. Die Kundenbindungsrate zeigt, ob bestehende Kunden gehalten werden können. Eine um fünf Prozent erhöhte Kundenbindung kann Unternehmen um bis zu 75 Prozent profitabler machen, da Neukundengewinnung sechs bis sieben Mal teurer ist als die Bindung bestehender Kunden.
Operatives versus strategisches Vertriebscontrolling
Die Unterscheidung zwischen operativem und strategischem Vertriebscontrolling ist für die praktische Arbeit entscheidend. Beide Ebenen verfolgen unterschiedliche Zeithorizonte und nutzen verschiedene Instrumente.
Operatives Vertriebscontrolling: Die kurzfristige Steuerung
Das operative Vertriebscontrolling konzentriert sich auf das Tages- und Monatsgeschäft. Es überwacht aktuelle Verkaufszahlen, analysiert die Performance einzelner Vertriebsmitarbeiter und erstellt kurzfristige Forecasts. Typische Instrumente sind wöchentliche oder monatliche Reports, CRM-Dashboards und Aktivitätskennzahlen wie Anzahl der Kundenkontakte oder Telefontermine.
Strategisches Vertriebscontrolling: Der langfristige Blick
Das strategische Vertriebscontrolling befasst sich mit langfristigen Trends und grundsätzlichen Weichenstellungen. Es analysiert Marktentwicklungen, bewertet die Portfolio-Attraktivität und entwickelt Strategien für neue Märkte oder Kundengruppen. Instrumente wie Portfolio-Analysen, SWOT-Analysen oder Wettbewerbsanalysen kommen hier zum Einsatz.
Das Zusammenspiel macht den Unterschied
Beide Ebenen müssen Hand in Hand arbeiten. Operative Erkenntnisse fließen in strategische Überlegungen ein. Strategische Entscheidungen werden durch operatives Controlling in messbare Ziele übersetzt. Ein Unternehmen, das nur operativ steuert, reagiert zwar schnell auf Abweichungen, verliert aber die langfristige Richtung aus den Augen. Ein Unternehmen, das nur strategisch plant, verliert den Kontakt zur operativen Realität.
Die wichtigsten Instrumente des Vertriebscontrollings
Vertriebscontrolling nutzt eine breite Palette von Instrumenten, die von klassischen Analysemethoden bis zu modernen digitalen Tools reichen. Die Auswahl der richtigen Instrumente hängt von der Unternehmensgröße, der Branche und den spezifischen Herausforderungen ab.
Klassische Controlling-Instrumente
Die ABC-Analyse klassifiziert Kunden, Produkte oder Regionen nach ihrer Bedeutung für das Unternehmen. A-Kunden generieren den Großteil des Umsatzes und verdienen entsprechend intensive Betreuung. Die Deckungsbeitragsrechnung zeigt, welche Produkte oder Kunden nach Abzug der variablen Kosten tatsächlich zur Deckung der Fixkosten beitragen.
Kennzahlensysteme und Forecast-Modelle
Ein durchdachtes Kennzahlensystem verbindet einzelne Metriken zu einem schlüssigen Gesamtbild. Forecast-Modelle nutzen historische Daten und aktuelle Entwicklungen, um zukünftige Umsätze vorherzusagen. Je nach Branche und Produktkomplexität können einfache Trendfortschreibungen oder komplexe statistische Modelle zum Einsatz kommen.
CRM-Systeme als Datenquelle
Customer Relationship Management Systeme bilden das digitale Rückgrat moderner Vertriebsorganisationen. Sie erfassen systematisch alle Kundenkontakte, dokumentieren den Verkaufsprozess und liefern die Datengrundlage für Analysen. Entscheidend ist die Datenqualität: Nur wenn das Team das CRM konsequent pflegt, liefert es verlässliche Steuerungsinformationen.
Business Intelligence und Reporting-Tools
Moderne BI-Tools ermöglichen die Echtzeitanalyse von Vertriebsdaten über verschiedene Datenquellen hinweg. Interaktive Dashboards visualisieren komplexe Zusammenhänge und machen Trends auf einen Blick erkennbar. Die Integration von ERP-, CRM- und Projektdaten schafft eine durchgängige Datenbasis für fundierte Entscheidungen.
Zeiterfassung und Projektdaten als Steuerungsinstrument
Für projektbasierte Dienstleister ist die Verknüpfung von Vertriebsdaten mit Projektzeiten und Ressourcenauslastung besonders wertvoll. Sie zeigt, welche Aufträge tatsächlich profitabel sind und ob die kalkulierten Budgets realistisch waren. Diese Erkenntnisse fließen direkt in die Angebotskalkulation künftiger Projekte ein.
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Vertriebscontrolling in der Praxis: Erfolgsfaktoren und typische Fehler
Die Theorie des Vertriebscontrollings ist bekannt, die Umsetzung in der Praxis stellt viele Unternehmen jedoch vor Herausforderungen. Einige Best Practices haben sich bewährt, während bestimmte Fehler regelmäßig wiederkehren.
Datenbasis statt Excel-Flickenteppich
Viele Unternehmen arbeiten mit isolierten Excel-Sheets, in denen Daten manuell zusammengetragen werden. Das ist zeitaufwändig, fehleranfällig und nicht skalierbar. Eine zentrale Datenbasis mit automatisierten Schnittstellen zwischen CRM, ERP und Controlling-System ist langfristig deutlich effizienter. Die Anfangsinvestition zahlt sich durch erhebliche Zeitersparnis und höhere Datenqualität schnell aus.
Klare Zieldefinition vermeidet Kennzahlen-Overload
Die größte Gefahr im Vertriebscontrolling ist die Versuchung, alles messen zu wollen. Das Resultat: überforderte Vertriebsteams, die mehr Zeit mit Reporting als mit Verkaufen verbringen. Besser ist die Konzentration auf wenige, aber aussagekräftige Kennzahlen, die direkt mit den Unternehmenszielen verknüpft sind. Fünf bis sieben zentrale KPIs reichen in den meisten Fällen aus.
Regelmäßige Reviews statt Jahresrückblick
Quartals- oder sogar Jahresberichte kommen zu spät, um noch steuernd einzugreifen. Moderne Vertriebsorganisationen arbeiten mit monatlichen oder sogar wöchentlichen Reviews. Kurze, fokussierte Meetings mit dem Team, in denen aktuelle Kennzahlen besprochen und Maßnahmen vereinbart werden, sind deutlich wirksamer als ausführliche Präsentationen.
Vertriebscontrolling als Partner, nicht als Kontrolleur
Die größte Herausforderung ist oft die Akzeptanz im Vertriebsteam. Wenn Controller als Zahlenpolizisten wahrgenommen werden, führt das zu Widerstand und geschönten Berichten. Wenn Controller hingegen als Sparringspartner verstanden werden, die dem Vertrieb helfen, besser zu werden, entsteht eine produktive Zusammenarbeit. Diese Haltung muss vom Management vorgelebt werden.
Best Practices für wirksames Vertriebscontrolling
Erfolgreiche Vertriebsorganisationen haben einige gemeinsame Praktiken entwickelt, die sich in unterschiedlichen Branchen und Unternehmensgrößen bewährt haben.
Die fünf Erfolgsfaktoren im Überblick
1. Einheitliche Datenbasis schaffen
- Alle Beteiligten arbeiten mit denselben Zahlen und Definitionen
- Zentrale, automatisiert aktualisierte Datenbasis eliminiert Diskussionen über Zahlenbasis
- Integration von CRM, ERP und Controlling-System für durchgängigen Datenfluss
- Erhebliche Zeitersparnis durch Wegfall manueller Datenkonsolidierung
2. Auf Frühwarnindikatoren fokussieren
- Umsatzzahlen zeigen nur, was bereits passiert ist
- Pipeline-Entwicklung, Lead-Qualität und Angebotsvolumen kündigen kommende Entwicklungen an
- Conversion Rates in frühen Vertriebsphasen ermöglichen rechtzeitiges Gegensteuern
- Regelmäßige Pipeline-Reviews decken Engpässe frühzeitig auf
3. Controlling in den Vertriebsalltag integrieren
- Aussagekräftige Dashboards für Vertriebsleiter mit relevanten KPIs
- Einfache Übersichten für einzelne Vertriebsmitarbeiter ohne Informationsüberflutung
- Verdichtete Management-Reports mit den wichtigsten Steuerungsgrößen
- Jede Zielgruppe erhält die für sie relevanten Informationen in passender Detailtiefe
4. Kontinuierlich aus Erfahrungen lernen
- Systematische Analyse gewonnener und verlorener Aufträge
- Identifikation von Erfolgsmustern und deren Dokumentation
- Kontinuierliche Prozessanpassung basierend auf Erkenntnissen
- Organisationales Lernen durch systematische Datenerfassung und Auswertung
5. Akzeptanz durch Partnerschaft sichern
- Controller als Sparringspartner statt Zahlenpolizei positionieren
- Gemeinsame Zieldefinition mit dem Vertriebsteam
- Regelmäßige, fokussierte Reviews statt ausführlicher Kontrolltermine
- Management lebt partnerschaftliche Zusammenarbeit vor
Vertriebscontrolling mit ZEP: Von der Akquise bis zur Nachkalkulation
Für projektbasierte Dienstleister, IT-Unternehmen, Agenturen und Beratungsfirmen reicht klassisches Vertriebscontrolling oft nicht aus. Die entscheidende Frage lautet nicht nur "Haben wir den Auftrag gewonnen?", sondern "War der Auftrag am Ende wirklich profitabel?". Genau hier setzt ZEP als Professional Services Automation Software an und verbindet Vertriebsdaten mit der operativen Realität.
Die Lücke zwischen Angebot und Wirklichkeit schließen
In vielen Unternehmen existieren zwei getrennte Welten: Der Vertrieb erstellt Angebote basierend auf geschätzten Aufwänden, während die Projektteams später die tatsächlichen Projektzeiten erfassen. ZEP verbindet diese Welten und macht sichtbar, ob Ihre Angebotskalkulation realistisch war. Die Software erfasst alle Projektzeiten über ZEP Professional, ordnet sie automatisch den entsprechenden Aufträgen zu und berechnet die tatsächlichen Kosten.
Konkrete Anwendungsfälle im Vertriebscontrolling
Profitabilitätsanalyse auf Auftragsebene: Nach Projektabschluss zeigt ZEP auf einen Blick, welche Aufträge die geplante Marge erreicht haben und welche unter Plan lagen. Diese Erkenntnisse fließen direkt in künftige Angebote ein. Wenn Sie beispielsweise feststellen, dass Implementierungsprojekte bei Kunden ohne IT-Abteilung systematisch 30 Prozent mehr Zeit benötigen, können Sie das in Ihrer Angebotskalkulation berücksichtigen.
Ressourcenplanung trifft Vertriebspipeline: Die Ressourcenplanung in ZEP zeigt nicht nur die aktuelle Auslastung Ihrer Teams, sondern ermöglicht auch die Planung kommender Projekte aus der Vertriebspipeline. So erkennen Sie frühzeitig, ob Sie Kapazitäten für neue Aufträge haben oder ob Sie Engpässe riskieren. Diese Information ist Gold wert für strategische Vertriebsentscheidungen.
Deckungsbeitragsrechnung in Echtzeit: Während ein Projekt läuft, zeigt ZEP kontinuierlich den aktuellen Deckungsbeitrag. Droht ein Projekt aus dem Ruder zu laufen, sehen Sie das nicht erst bei der Schlussrechnung, sondern können frühzeitig gegensteuern. Diese Transparenz schützt Ihre Marge und verbessert das Projektmanagement.
Integration in bestehende Prozesse: ZEP integriert sich nahtlos in Ihre Systemlandschaft. Die DATEV- und Lexware-Schnittstellen sorgen dafür, dass Zeitdaten und Abrechnungen direkt in Ihre Buchhaltung fließen. Für das Vertriebscontrolling bedeutet das: keine Medienbrüche, keine manuellen Übertragungen, keine Fehlerquellen.
Von der Zeiterfassung zum strategischen Asset
Was als einfache Zeiterfassung beginnt, entwickelt sich bei konsequenter Nutzung zum strategischen Controlling-Instrument. Die über Jahre gesammelten Projektdaten zeigen Muster:
- Welche Projektypen sind besonders profitabel?
- Bei welchen Kunden läuft die Zusammenarbeit besonders effizient?
- Welche Leistungen sollten Sie ausbauen, welche meiden?
Diese Erkenntnisse machen den Unterschied zwischen Vertrieb nach Bauchgefühl und datenbasierter Vertriebssteuerung. Besonders in einem Marktumfeld, in dem 73 Prozent der B2B-Käufer digitale Prozesse erwarten, ist diese Professionalisierung kein Luxus mehr, sondern Wettbewerbsfaktor.
Fazit: Vertriebscontrolling als Schlüssel zu planbarem Wachstum
Vertriebscontrolling ist kein Selbstzweck und keine bürokratische Pflichtübung. Es ist der Schlüssel zu planbarem, profitablem Wachstum. Wenn 73 Prozent der B2B-Käufer Online-Bestellungen bevorzugen und digitale Prozesse zum Standard werden, können sich Unternehmen den Verzicht auf systematisches Vertriebscontrolling nicht mehr leisten.
Die Investition in professionelles Vertriebscontrolling zahlt sich mehrfach aus: durch bessere Entscheidungen, effizientere Prozesse, motiviertere Mitarbeiter und letztlich durch nachhaltig höhere Profitabilität. Der erste Schritt ist oft der schwerste, doch bereits mit wenigen zentralen Kennzahlen und einfachen Tools lässt sich die Vertriebssteuerung deutlich verbessern.
Unternehmen, die heute in Vertriebscontrolling investieren, schaffen sich einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Sie treffen bessere Entscheidungen, reagieren schneller auf Marktveränderungen und nutzen ihre Ressourcen effizienter. In einer zunehmend datengetriebenen Wirtschaft ist das keine Option mehr, sondern eine Notwendigkeit für nachhaltigen Erfolg.
FAQ
Welche Kennzahlen sollte ein Vertriebsleiter regelmäßig prüfen?
Ein Vertriebsleiter sollte wöchentlich die Pipeline-Entwicklung, Lead Response Time und die Conversion Rate in frühen Vertriebsphasen überwachen. Diese Frühwarnindikatoren zeigen Probleme, bevor sie sich in Umsatzzahlen niederschlagen. Monatlich sind Abschlussquote, durchschnittliche Verkaufszykluslänge und Umsatz pro Mitarbeiter entscheidend. Quartalsweise sollten Customer Lifetime Value, Kundenbindungsrate und die Profitabilität nach Kundengruppen analysiert werden. Konzentrieren Sie sich auf maximal fünf bis sieben Kennzahlen, die direkt mit Ihren Unternehmenszielen verknüpft sind. Mehr Kennzahlen führen zu Verwirrung statt Klarheit.
Welche Tools eignen sich für modernes Vertriebscontrolling?
CRM-Systeme wie Salesforce, HubSpot oder Pipedrive bilden die Datenbasis für Vertriebscontrolling und erfassen systematisch alle Kundenkontakte. Business Intelligence Tools wie Power BI, Tableau oder Qlik ermöglichen Echtzeit-Analysen über mehrere Datenquellen hinweg. Für projektbasierte Dienstleister sind PSA-Lösungen wie ZEP entscheidend, die Vertriebsdaten mit Projektzeiten und Ressourcenplanung verbinden. ERP-Systeme liefern Finanzdaten für Deckungsbeitragsrechnungen. Die beste Toolkombination hängt von Ihrer Unternehmensgröße ab: Kleine Unternehmen starten mit CRM plus Excel, mittlere Unternehmen integrieren BI-Tools, größere Organisationen setzen auf vollintegrierte Systemlandschaften mit automatisierten Schnittstellen.
Wie unterscheidet sich Vertriebscontrolling in SaaS- und Projektunternehmen?
SaaS-Unternehmen fokussieren sich auf wiederkehrende Umsätze und messen primär Monthly Recurring Revenue, Churn Rate, Customer Acquisition Cost und Customer Lifetime Value. Der Vertriebszyklus ist oft standardisiert mit klaren Conversion Funnels. Projektunternehmen hingegen haben längere, individuellere Verkaufszyklen und müssen die Profitabilität jedes einzelnen Auftrags bewerten. Entscheidend ist hier die Verbindung zwischen Angebotskalkulation und tatsächlichem Projektaufwand. Während SaaS-Firmen Skalierung durch Automatisierung erreichen, geht es bei Projektgeschäft um präzise Ressourcenplanung und Nachkalkulation. Beide benötigen Pipeline-Management, aber mit völlig unterschiedlichen Kennzahlen und Zeiträumen.
Wie kann man Vertriebsleistung konkret messen?
Vertriebsleistung lässt sich auf drei Ebenen messen:
- Aktivitätsebene (Anzahl Kundenkontakte, Angebote, Meetings)
- Effizienzebene (Conversion Rates, Abschlussquoten, Verkaufszykluslänge)
- Ergebnisebene (Umsatz, Deckungsbeitrag, Neukundenanzahl).
Wichtig ist die Kombination dieser Ebenen: Hohe Aktivität ohne Abschlüsse deutet auf Qualitätsprobleme hin. Gute Abschlussquote bei geringer Aktivität zeigt ungenutztes Potenzial. Messen Sie zusätzlich qualitative Faktoren wie Kundenzufriedenheit nach Vertragsabschluss und Weiterempfehlungsrate. Für faire Bewertung einzelner Vertriebsmitarbeiter berücksichtigen Sie unterschiedliche Gebiete, Produkte und Marktbedingungen. Ein Dashboard mit maximal zehn Kennzahlen pro Vertriebsmitarbeiter reicht völlig aus.
Was ist der Unterschied zwischen operativem und strategischem Vertriebscontrolling konkret?
Operatives Vertriebscontrolling arbeitet mit Zeiträumen von Wochen bis Monaten und nutzt Kennzahlen wie tägliche Verkaufszahlen, wöchentliche Pipeline-Reviews und monatliche Zielerreichung. Instrumente sind CRM-Dashboards, Aktivitätsreports und kurzfristige Forecasts. Das Team trifft operative Entscheidungen: Welcher Mitarbeiter braucht Unterstützung? Wo gibt es Engpässe im Verkaufsprozess? Strategisches Vertriebscontrolling betrachtet Zeiträume von einem bis fünf Jahren und nutzt Portfolio-Analysen, Marktpotenzialstudien und Wettbewerbsvergleiche. Entscheidungen betreffen Markteintritte, Produktportfolio oder Vertriebsorganisation. Die größte Herausforderung liegt in der Verbindung beider Ebenen: Strategische Erkenntnisse müssen in operative Ziele übersetzt werden, operative Beobachtungen fließen in strategische Überlegungen ein.
Wie funktioniert Vertriebscontrolling im B2B-Vertrieb mit langen Verkaufszyklen?
Bei langen B2B-Verkaufszyklen ist Pipeline-Management entscheidend. Teilen Sie den Verkaufsprozess in klar definierte Phasen (Qualifizierung, Bedarfsanalyse, Angebotserstellung, Verhandlung, Abschluss) und messen Sie Conversion Rates zwischen den Phasen. Nutzen Sie gewichtete Pipeline-Forecasts, die jedem Deal basierend auf seiner Phase eine Abschlusswahrscheinlichkeit zuordnen. Führen Sie Win-Loss-Analysen durch: Warum wurden Aufträge gewonnen oder verloren? Bei Zyklen über sechs Monate sind Frühwarnindikatoren Gold wert: Anzahl qualifizierter Leads, durchschnittliche Verweildauer pro Phase, Reaktionszeiten auf Kundenanfragen. Etablieren Sie monatliche Pipeline-Reviews, in denen jeder größere Deal besprochen wird. Diese Disziplin verhindert, dass Opportunities einschlafen oder unrealistische Deals zu lange in der Pipeline bleiben.








