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Projektcontrolling

Monatsabschluss in 5 Tagen verlässlich abschließen

Überstundenkonten wachsen, Stundennachweise weichen von der Realität ab, Kundenrechnungen müssen nachkorrigiert werden. Wer den Monatsabschluss bis zum fünften Werktag sauber abschließt, gewinnt 20 Tage im Monat für echte Unternehmenssteuerung.

Tanja Hartmann
Content Marketing Managerin
Mitarbeiterin arbeitet konzentriert am Monatsabschluss in einer Büro-Arbeitsbox, während Kollegen an ihr vorbeigehen.
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Kurz nach dem Monatswechsel beginnt in vielen Unternehmen das gleiche Procedere: Controller jagen fehlenden Zeitbuchungen hinterher, HR-Verantwortliche suchen nach offenen Fehlzeitenmeldungen, und Projektmanager warten auf Stundenstände, die für eine belastbare Abrechnung noch nicht vorliegen. Der Monatsabschluss zieht sich über zehn Tage, manchmal länger. Die Zahlen kommen spät, Entscheidungen basieren auf veralteter Grundlage.

Das ist kein Versagen einzelner Personen, sondern ein Strukturproblem. Es entsteht, wenn ein klarer Prozess, eine verbindliche Deadline und ein System fehlen, das Lücken sichtbar macht, bevor sie eingefroren werden. Die gute Nachricht: Dieser Engpass lässt sich beseitigen.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Ein Monatsabschluss ist handelsrechtlich nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber die Grundlage jedes funktionierenden Controllings
  • Auf Projektebene entstehen durch fehlende oder verspätete Abschlüsse direkte Kosten: falsch abgerechnete Stunden, unkontrolliert wachsende Überstundenkonten, verzögerte Kundenrechnungen
  • Vier von fünf Insolvenzen im deutschen Mittelstand sind laut einer Analyse von Euler Hermes und der Universität Mannheim auf fehlendes oder unzureichendes Controlling zurückzuführen
  • Ein strukturierter Abschluss bis zum fünften Werktag des Folgemonats ist mit den richtigen Prozessen und Systemunterstützung erreichbar

Wo der Monatsabschluss im Projektalltag zum Problem wird

Der Monat ist vorbei, aber die Daten sind es nicht. In projektorientierten Unternehmen, also IT-Dienstleistern, Agenturen, Beratungen und Ingenieurbüros, kommen Zeitbuchungen erfahrungsgemäß verzögert ein. Wer auf mehreren Projekten parallel arbeitet, bucht oft erst am Wochenende oder in der ersten Woche des Folgemonats nach. Fehlzeiten werden nicht rechtzeitig im System gemeldet. Reisekostenabrechnungen treffen erst Wochen später ein.

Das Ergebnis ist eine Datenbasis, die zum Zeitpunkt der Auswertung bereits überholt ist. Für Controller und Geschäftsführer bedeutet das: Die monatliche Steuerungssitzung findet mit Zahlen statt, die nicht den tatsächlichen Stand abbilden. Projekte werden auf Basis falscher Ist-Kosten weitergeführt, Ressourcen werden falsch zugeordnet, und Kundenrechnungen weichen von der tatsächlichen Leistung ab.

Die vier häufigsten Schwachstellen vor dem Abschluss

  1. Zeiterfassungslücken auf Mitarbeitendenebene. Projektzeiten werden sporadisch nachgetragen, manchmal über mehrere Wochen. Solange kein systemseitiger Stichtag greift, verlagert sich dieser Aufwand immer weiter nach hinten.
  2. Fehlzeitenmanagement ohne Systemanbindung. Urlaubs- und Krankheitsmeldungen laufen per E-Mail, Zettel oder mündlich. In der Monatsübersicht entstehen Lücken, die manuell nachrecherchiert werden müssen.
  3. Überstundenkonten ohne laufende Kontrolle. Laut IAB-Arbeitszeitrechnung 2025 leisteten Beschäftigte in Deutschland im Jahresdurchschnitt 15,6 unbezahlte Überstunden pro Kopf. In projektorientierten Branchen liegt dieser Wert deutlich höher. Ohne monatlichen Abgleich mit den Sollarbeitszeiten wächst das Überstundenkonto unkontrolliert, bis der gesetzliche Ausgleichszeitraum nicht mehr einzuhalten ist.
  4. Kein verbindlicher Abschlussmoment. Wer keinen Stichtag festlegt, an dem Daten gesperrt werden, lädt zu nachträglichen Korrekturen ein. Das untergräbt die Datenintegrität und macht den Monatsabschluss Controlling faktisch wertlos.

Was ein Monatsabschluss nach HGB bedeutet und was er leistet

Handelsrechtlich ist der Monatsabschluss kein eigenständiger Pflichtbestandteil. Die gesetzliche Verpflichtung bezieht sich auf den Jahresabschluss: Alle buchführungspflichtigen Unternehmen müssen nach § 242 HGB am Ende des Geschäftsjahres eine Bilanz sowie eine Gewinn- und Verlustrechnung erstellen. Für Kapitalgesellschaften gelten nach §§ 264 ff. HGB zusätzlich Fristen und Offenlegungspflichten gegenüber dem Unternehmensregister.

Der Monatsabschluss nach HGB ist in diesem Rahmen eine empfohlene, nicht zwingende Praxis: Er bildet alle Geschäftsvorfälle des Vormonats periodengerecht ab und schafft damit die Grundlage für ein aussagekräftiges unterjähriges Reporting. In der Praxis versteht man darunter einen "kleinen Jahresabschluss", der monatlich wiederholt wird und den Jahresabschluss inhaltlich vorbereitet.

Was zum Monatsabschluss zwingend gehört

Ein vollständiger Monatsabschluss umfasst aus buchhalterischer und personalwirtschaftlicher Sicht mindestens die folgenden Bestandteile:

  • Vollständiges Verbuchen aller Eingangs- und Ausgangsrechnungen des Vormonats
  • Abstimmen von Debitoren und Kreditoren inklusive offener Posten
  • Periodengerechtes Erfassen von Rückstellungen und Abgrenzungen
  • Abgleich von Soll- und Ist-Arbeitszeiten aller Mitarbeitenden
  • Prüfung und Freigabe von Überstundensalden und Urlaubskonten
  • Sperren des Zeitraums für weitere Änderungen

Erst wenn alle diese Schritte abgeschlossen sind, sind die Zahlen belastbar genug für das monatliche Reporting an Geschäftsführung, Steuerberater und Investoren.

Ein wichtiger Punkt, der in projektorientierten Unternehmen häufig unterschätzt wird: Rückstellungen und Abgrenzungen für noch ausstehende Lieferantenrechnungen oder noch nicht fakturierte Leistungen gehören zwingend in den Monatsabschluss. Werden sie weggelassen, verzerrt das die monatliche Gewinn- und Verlustrechnung erheblich. Projektkosten erscheinen zu niedrig, Deckungsbeiträge zu hoch. Die Steuerungsentscheidungen, die auf dieser Basis getroffen werden, sind dann systematisch falsch kalibriert.

Monatsabschluss Beispiel: Das passiert ohne Prozess

Eine Unternehmensberatung mit 60 Mitarbeitenden führt den Monatsabschluss ohne feste Deadlines und ohne systemseitige Sperre durch. Projektleiter tragen Stunden bis zu drei Wochen nach Monatsende nach, weil es keine verbindliche Buchungsfrist gibt. Die Personalverwaltung erhält Fehlzeitmeldungen parallel per E-Mail und Telefon. Zum Zeitpunkt der monatlichen Geschäftsführersitzung, die regelmäßig am 15. des Folgemonats stattfindet, sind die Zahlen noch nicht vollständig. Entscheidungen zur Projektbesetzung und Ressourcenplanung werden auf Basis von Schätzwerten getroffen. Kundenrechnungen weichen in mehreren Fällen von den tatsächlichen Leistungen ab und müssen storniert und korrigiert werden.

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Monatsabschluss erstellen: Umsetzung Schritt für Schritt

Ein strukturierter Monatsabschluss folgt einem festen Rhythmus mit klaren Verantwortlichkeiten. Der Unterschied zwischen einem Unternehmen, das zehn Tage braucht und einem, das fünf Tage schafft, liegt selten an der Datenmenge. Er liegt an der Frage, ob der Prozess vor Monatsende beginnt oder erst danach.

Monatsabschluss Vorbereitung: Was vor dem Stichtag entscheidet

Ein Monatsabschluss, der erst am ersten des Folgemonats beginnt, ist zu spät. Die Vorbereitung findet im laufenden Monat statt. Dazu gehören konkret:

  • Klare Buchungsfristen für alle Mitarbeitenden. Wer bis zum Fünften des Folgemonats fertig sein will, braucht eine interne Buchungsfrist bis zum Letzten des Vormonats. Diese Frist gilt auch für Mitarbeitende in Projekten mit starker Auslastung.
  • Automatische Erinnerungen statt manuelle Nachfragen. Wenn das System Mitarbeitende direkt über fehlende Buchungen informiert und gleichzeitig deren Vorgesetzte benachrichtigt, entfällt der manuelle Nachverfolgungsaufwand für HR und Controller.
  • Fehlzeitenbeantragung im System, nicht per E-Mail. Urlaubsanträge, Krankheitsmeldungen und sonstige Abwesenheiten, die außerhalb des Systems gestellt werden, landen nie zuverlässig im Monatsabschluss. Wer Fehlzeiten per E-Mail oder mündlich genehmigt, schafft sich eine Datenquelle, die mit der Systemrealität nicht übereinstimmt.

Monatsabschluss Controlling: Auswertungen im Fokus

Sobald der Monat geschlossen ist, beginnt die eigentliche Controlling-Arbeit. Welche Projekte haben das Budget überschritten? Welche Mitarbeitenden haben Überstundenkonten, die in den nächsten Wochen ausgeglichen werden müssen? Welche Abteilungen zeigen auffällige Fehlzeitenquoten?

Diese Fragen lassen sich nur beantworten, wenn die Datenbasis des Abschlusses vollständig und unverändert ist. Das ist der Grund, warum der Abschluss als Prozessschritt existiert: Er erzeugt eine zeitlich abgegrenzte Momentaufnahme, auf der Analysen und Berichte aufbauen können. Ohne diese Momentaufnahme arbeitet das Controlling permanent mit Daten, die sich noch verändern können, und gibt damit Auswertungen heraus, die zum Zeitpunkt der Lektüre möglicherweise bereits überholt sind.

Schritt 2: Vollständigkeit vor dem Stichtag prüfen

Zwei bis drei Tage vor dem geplanten Abschluss sollte eine Prüfung auf Vollständigkeit stattfinden. Welche Mitarbeitenden haben noch offene Tage? Welche Fehlzeiten sind nicht erfasst? Welche Überstundensalden weichen auffällig ab?

Diese Prüfung ist der letzte Moment, in dem noch Korrekturen möglich sind, ohne den Abschluss zu gefährden. Sie sollte deshalb immer vor dem Stichtag stattfinden. Wenn diese Prüfung erst nach dem Abschluss erfolgt, entstehen zwingend nachträgliche Änderungen, die den gesamten Prozess verlängern und die Datenintegrität gefährden.

Ein Blick auf die Ursachen von Vollständigkeitsproblemen lohnt sich: In projektorientierten Unternehmen liegt der häufigste Grund für fehlende Buchungen in der Arbeitsteilung zwischen Zeiterfassung und Projektarbeit. Mitarbeitende, die in Projekten unter Druck stehen, priorisieren die Aufgabe, nicht die Dokumentation. Ohne Systemerinnerung oder automatische Eskalation an die Führungskraft entsteht kein ausreichender Anreiz, das Buchen tagesaktuell zu halten.

Schritt 3: Stichtag systemseitig durchsetzen

Verbindlichkeit entsteht durch einen Mechanismus, der Änderungen nach dem Stichtag technisch verhindert. Hinweise und freundliche Erinnerungen reichen dafür nicht aus. Ein Monat, der sich nach Abschluss noch verändern lässt, ist buchhalterisch kein abgeschlossener Monat. Er ist eine offene Datei mit unbekanntem Endstand. Nur eine systemseitige Sperre schafft die Grundlage für revisionssichere Auswertungen.

Schritt 4: Auswertungen erzeugen und verteilen

Auf Basis der gesperrten Daten entstehen die Berichte für das Controlling: Arbeitszeitenübersicht, Fehlzeitenübersicht nach Kategorie, Überstundensalden pro Mitarbeitenden, Projektzeitauswertungen. Diese Berichte sind dann revisionssicher und direkt weiterverwendbar.

Monatsabschluss Checkliste: Aufgaben, Verantwortung, Fristen

Wer muss im Monatsabschluss was bis wann erledigen?

Aufgabe Verantwortlich Frist
Alle Projektzeiten vollständig buchen Mitarbeitende Letzter Arbeitstag des Monats
Fehlzeiten und Abwesenheiten erfassen Mitarbeitende / Teamleitung Letzter Arbeitstag des Monats
Vollständigkeit der Zeitbuchungen prüfen Teamleitung / Controller 2. Werktag des Folgemonats
Überstundensalden prüfen und freigeben HR / Controller 3. Werktag des Folgemonats
Belege und Eingangsrechnungen verbuchen Buchhaltung 3. Werktag des Folgemonats
Rückstellungen und Abgrenzungen erfassen Buchhaltung / Controller 3. Werktag des Folgemonats
Monat systemseitig sperren Administrator 4. Werktag des Folgemonats
Auswertungen erstellen und verteilen Controller / HR 5. Werktag des Folgemonats

Der Monatsabschluss in ZEP: Prüfen, sperren, auswerten

ZEP bildet den gesamten Monatsabschluss-Prozess in einer Plattform ab. Administratoren können den Abschluss für alle Mitarbeitenden in einem Schritt durchführen. Das System berechnet dabei automatisch den Saldo aus Überstunden, Fehlzeiten und Urlaubsansprüchen, auf Basis der hinterlegten Regelarbeitszeiten und der tatsächlich gebuchten Zeiten.

Arbeitszeitenübersicht: Lücken sehen, bevor sie eingefroren werden

Bevor der Monat abgeschlossen wird, zeigt die Arbeitszeitenübersicht in ZEP auf einen Blick, ob alle Mitarbeitenden ihre Zeiten vollständig gebucht haben. Rot markierte Felder signalisieren Tage, an denen die Buchung unterhalb des definierten Mindestprozentsatzes der Regelarbeitszeit liegt. Graue Felder markieren arbeitsfreie Tage, Wochenenden und Feiertage. Gelbe Felder weisen auf nicht eingehaltene Pausenregelungen hin.

Diese farbcodierte Übersicht macht Nachholbedarf sichtbar, bevor er zum Problem wird. Per Klick auf einen Tag öffnet sich ein Detailfenster mit allen Projektbuchungen des Mitarbeitenden. Von dort lassen sich Korrekturen direkt vornehmen.

Monatsabschluss und Sperre: Was das konkret bedeutet

Sobald der Monat in ZEP abgeschlossen ist, können keine Projektzeiten, Fehlzeiten oder Belege mehr geändert werden. Diese Sperre gilt systemseitig für alle Nutzenden. Für nachträgliche Korrekturen, die in Ausnahmefällen erforderlich sein können, lässt sich der Abschluss gezielt für einen einzelnen Mitarbeitenden aufheben, ohne den gesamten Monat für alle zu öffnen. Der Administrator entsperrt den betreffenden Mitarbeitenden, nimmt die Korrektur vor, sperrt ihn wieder und schließt den Monat erneut ab.

Monatsendeauswertung und Jahresübersicht

Die Monatsendeauswertung in ZEP gibt jedem Mitarbeitenden Einblick in seinen aktuellen Stand: geleistete Stunden pro Tag, Überstundensaldo, Fehlzeiten nach Kategorie, Urlaubsrestkontingent. Diese Transparenz reduziert Rückfragen an HR erheblich und schafft eine gemeinsame Datenbasis zwischen Mitarbeitenden, Teamleitern und Personalabteilung.

Für Unternehmen, die vertraglich abgegoltene Überstunden verwalten, berechnet ZEP den monatlich abzugeltenden Anteil automatisch auf Basis der hinterlegten Regelarbeitszeit. Das bedeutet: Wer im Arbeitsvertrag vereinbart hat, dass bis zu zehn Überstunden pro Monat mit dem Gehalt abgegolten sind, bekommt diesen Abzug automatisch im Überstundensaldo berücksichtigt. Korrekturen lassen sich je Mitarbeitenden individuell hinterlegen.

Die Jahresübersicht Fehltage liefert eine Gesamtschau pro Mitarbeitenden über das laufende Geschäftsjahr, nach Fehlgrund gegliedert. Controller und HR-Verantwortliche nutzen diese Auswertung für Abwesenheitsanalysen, Kapazitätsplanung und die Vorbereitung von Jahresgesprächen. Krankheitscluster oder saisonale Abwesenheitsmuster werden auf einen Blick sichtbar.

Durch die Verbindung mit dem Projektcontrolling in ZEP fließen abgeschlossene Monatsdaten direkt in die Projektauswertungen ein: Stundennachweise, Budgetvergleiche und Kostenberichte sind auf Basis gesperrter, unveränderlicher Daten belastbar und können direkt an Kunden oder den Steuerberater weitergegeben werden.

Was fehlende Systematik mittel- und langfristig kostet

Die direkten Kosten eines unstrukturierten Monatsabschlusses sind selten auf einer Zeile im Budget sichtbar. Sie verteilen sich über mehrere Bereiche gleichzeitig.

Nachkorrekturen bei Kundenrechnungen erzeugen administrativen Mehraufwand und untergraben das Vertrauen in die eigene Qualität. Rückstellungen im Jahresabschluss für nicht abgegrenzte Überstunden oder Fehlzeiten hätten sich mit einem sauberen monatlichen Abschluss vermeiden lassen. Bei Betriebsprüfungen prüfen Prüfende regelmäßig, ob Arbeitszeiten vollständig und periodengerecht erfasst wurden. Fehlen belastbare Monatsabschlüsse, entsteht erheblicher Nachweisaufwand.

Warum Excel-basierte Abschlüsse an ihre Grenzen stoßen

Viele Unternehmen führen ihren Monatsabschluss über Tabellenkalkulationen. Das funktioniert solange, bis mehrere Personen gleichzeitig Daten eintragen, Formeln geändert werden oder Vorgängerversionen nicht mehr auffindbar sind. Eine zentrale Datenbasis mit systemseitig erzwungener Sperre lässt sich mit Excel grundsätzlich nicht abbilden. Wer den Abschluss eines Monats in einer Tabelle "fertigstellt", kann diese Tabelle am nächsten Tag wieder öffnen und ändern, ohne dass irgendjemand diese Änderung bemerkt.

Das ist genau das Problem, das in Prüfungen und bei der Erstellung von Jahresabschlüssen zu erheblichem Zusatzaufwand führt: Es gibt keine verlässliche Version der Wahrheit für den abgeschlossenen Monat.

Unternehmen, die ihren Monatsabschluss bis zum fünften Werktag abschließen, haben 20 Tage im Monat, um auf Basis aktueller Zahlen zu steuern. Unternehmen, die bis zum 20. warten, haben fünf. Diese 15 Tage Unterschied entscheiden darüber, ob das Projektcontrolling proaktiv oder reaktiv ist.

Fazit: Drei Maßnahmen für sofortige Wirkung

Der Monatsabschluss ist kein buchhalterisches Ritual. Er ist der Moment, in dem ein Unternehmen entscheidet, ob es mit Daten steuert oder mit Schätzungen.

1. Buchungsfrist einführen und kommunizieren. Legen Sie fest, bis zu welchem Datum alle Zeitbuchungen vollständig erfasst sein müssen. Diese Frist gilt als unverhandelbar für alle Mitarbeitenden.

2. Verantwortlichkeiten schriftlich definieren. Wer prüft bis wann welchen Bereich? Fehlende Zuständigkeiten sind in der Praxis der häufigste Grund für verzögerte Abschlüsse.

3. Systemseitige Sperre als Standard etablieren. Ein Monat, der sich nach Abschluss noch verändern lässt, ist kein Abschluss. Nur eine systemseitig erzwungene Sperre schafft die Datenintegrität, auf die ein belastbares Controlling aufbauen kann.

FAQ

Ist der Monatsabschluss nach HGB gesetzlich vorgeschrieben?

Nein. Das HGB schreibt in § 242 lediglich einen Jahresabschluss vor. Der Monatsabschluss ist eine interne Steuerungsmaßnahme ohne eigene gesetzliche Pflicht. Er ist jedoch die Voraussetzung für ein belastbares unterjähriges Controlling und bereitet den Jahresabschluss inhaltlich vor. Wer auf einen strukturierten Monatsabschluss verzichtet, riskiert Datenlücken, die sich erst am Jahresende als teures Problem zeigen.

Wie lange sollte ein Monatsabschluss dauern?

In der Praxis dauert der Monatsabschluss in vielen KMU fünf bis zehn Werktage. Mit verbindlichen Buchungsfristen, klaren Verantwortlichkeiten und einer systemseitigen Sperre lässt sich dieser Zeitraum auf drei bis fünf Werktage reduzieren. Laut Ventana Research schließen 88 Prozent der Unternehmen mit hohem Automatisierungsgrad ihre Bücher innerhalb von sechs Werktagen, verglichen mit 40 Prozent ohne Automatisierung.

Was gehört zur Monatsabschluss-Checkliste für Projektdienstleister?

Zur Checkliste gehören: vollständige Projektzeiten aller Mitarbeitenden, erfasste und genehmigte Fehlzeiten, abgeglichene Überstundensalden, gebuchte Belege und Eingangsrechnungen, geprüfte Urlaubskonten sowie die systemseitige Sperre des Zeitraums. Erst nach der Sperre sind die Daten revisionssicher und für Controlling-Berichte, Kundenrechnungen und Steuerberater verwendbar.

Was passiert, wenn der Monatsabschluss fehlerhaft oder unvollständig ist?

Fehlerhafte Monatsabschlüsse führen zu ungenauen Kostennachweisen, falschen Stundenberichten gegenüber Kunden und Problemen bei Betriebsprüfungen. Nachträgliche Korrekturen erhöhen den Aufwand und gefährden die Datenintegrität. Wenn Überstundenkonten nicht periodengerecht abgegrenzt werden, entstehen zudem Rückstellungsbedarf im Jahresabschluss und arbeitsrechtliche Risiken, falls gesetzliche Ausgleichszeiträume ablaufen.

Wie hängen Monatsabschluss und Projektcontrolling zusammen?

Der Monatsabschluss ist die Datenbasis, auf der das Projektcontrolling aufbaut. Nur wenn Projektzeiten vollständig erfasst und der Monat gesperrt ist, lassen sich Budgetvergleiche, Stundennachweise und Deckungsbeitragsberichte belastbar erstellen. Unvollständige Abschlüsse erzeugen im Controlling systematisch verzerrte Ergebnisse, die zu falschen Entscheidungen bei Projektbesetzung und Ressourcenplanung führen.

Welche Rolle spielt der Monatsabschluss im Abwesenheits- und Überstundenmanagement?

Der Monatsabschluss fixiert die Überstunden- und Urlaubssalden aller Mitarbeitenden für den betreffenden Zeitraum. Nach dem Abschluss kann dieser Stand nicht mehr verändert werden. Das ist die Grundlage für korrekte Vergütung, gesetzeskonforme Dokumentation und eine belastbare Jahresübersicht. Systeme wie ZEP berechnen Überstundensalden automatisch auf Basis der hinterlegten Regelarbeitszeiten und weisen Urlaubsrestansprüche periodengenau aus.

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