Eine Wirtschaftskanzlei gewinnt ein M&A-Begleitmandat. Der Partner schätzt den Aufwand auf 120 Stunden, kalkuliert einen Pauschalbetrag und gibt das Angebot ab. Sechs Wochen später liegt der tatsächliche Aufwand bei 178 Stunden. Niemand hat es rechtzeitig gemerkt, weil niemand im laufenden Mandat auf den Stundenverbrauch geschaut hat.
Dieses Szenario ist kein Einzelfall. Laut einer Umfrage unter Unternehmensjuristen im deutschsprachigen Raum stehen Prozessoptimierung und strukturiertes Projektmanagement im Mandat bei 52 % aller Befragten auf der Prioritätenliste ganz oben. Gleichzeitig arbeitet ein Großteil dieser Kanzleien noch immer mit Excel-Tabellen, nachträglich ausgefüllten Stundenzetteln und dem Outlook-Postfach als Aufgabenverwaltung.
Das Ergebnis ist vorhersehbar: Abrechenbare Stunden gehen verloren, Fixpreisangebote sind zu knapp kalkuliert und die Rechnungsstellung dauert Wochen, weil erst am Ende zusammengesucht wird, was während des Mandats angefallen ist. Aus einer aktuellen Markterhebung von Wolters Kluwer unter 633 juristischen Fachleuten in Deutschland aus dem Jahr 2025 geht hervor, dass 90,5 % der Kanzleien steigende Ausgaben für Legal Tech in den nächsten drei Jahren erwarten. Die Kanzleien wissen, dass strukturelle Veränderung nötig ist. Die Frage ist, wo konkret anzusetzen ist.
Wie ein Mandat im Alltag tatsächlich aus dem Budget läuft
In vielen Kanzleien entsteht das Problem nicht in einer einzelnen großen Entscheidung, sondern in vielen kleinen Momenten während der Mandatsbearbeitung.
Ein typischer Ablauf sieht so aus:
Am Montag kalkuliert ein Partner ein neues Mandat und vereinbart mit dem Mandanten eine Pauschale. Die Schätzung basiert auf Erfahrung und Bauchgefühl, weil historische Zeitdaten aus vergleichbaren Mandaten nicht systematisch vorliegen.
Am Dienstag beginnt ein Associate mit der Analyse der Vertragsunterlagen. Zwischendurch ruft der Mandant an. Das Gespräch dauert zwölf Minuten. Danach folgt eine kurze Abstimmung mit einer Kollegin aus dem Steuerteam.
Am Mittwoch prüft der Partner eine erste Dokumentversion. Am Nachmittag findet eine interne Besprechung statt. Zwei Associates und ein Partner diskutieren eine rechtliche Detailfrage. Die Zeit wird später teilweise erfasst, teilweise nicht.
Sechs Wochen später ist das Mandat abgeschlossen. Die Buchhaltung bittet um die Zeitaufzeichnungen für die Rechnungsstellung. Erst jetzt fällt auf, dass der tatsächliche Aufwand deutlich über der ursprünglichen Kalkulation liegt.
In diesem Moment ist das Budget bereits überschritten. Die Arbeit ist erledigt. Eine Anpassung des Honorars ist kaum noch möglich.
Genau an diesen alltäglichen Übergängen entsteht der wirtschaftliche Verlust vieler Mandate.
Viele Kanzleien unterschätzen, an welchen konkreten Stellen im Mandatsprozess Zeit und damit Umsatz verloren gehen.
Diese Situationen wirken einzeln harmlos. In der Summe führen sie jedoch dazu, dass Mandate regelmäßig mehr Zeit kosten als kalkuliert wurde.
Was Legal Project Management in der Kanzlei konkret bedeutet
Legal Project Management, kurz LPM, ist die Anwendung klassischer Projektmanagement-Methoden auf juristische Mandate. Das klingt nach Theorie, meint in der Praxis aber etwas sehr Konkretes: Jedes Mandat hat ein definiertes Budget, einen Zeitplan mit Meilensteinen, eine klare Zuordnung von Aufgaben zu Personen, und der Fortschritt ist jederzeit nachvollziehbar.
Was rechtlich gilt
Das Thema Zeiterfassung in Kanzleien ist seit dem EuGH-Urteil von 2019 und dem nachfolgenden BAG-Beschluss von 2022 für alle Arbeitgeber verbindlich. Für Anwaltskanzleien mit angestellten Berufsträgerinnen und Berufsträgern gilt die Aufzeichnungspflicht vollständig. Das Verwaltungsgericht Hamburg hat im Dezember 2025 entschieden, dass auch Associates großer Wirtschaftskanzleien unter das Arbeitszeitgesetz fallen und ihre Arbeitszeit zu dokumentieren ist. Die Berufung läuft, die Richtung ist aber eindeutig.
Was viele Kanzleien dabei übersehen: Die verpflichtende Arbeitszeiterfassung und die mandatsbezogene Projektzeiterfassung sind zwei verschiedene Dinge, die sich ideal in einem System abbilden lassen. Wer die Arbeitszeit seiner Mitarbeitenden auf Mandate, Vorgänge und Tätigkeiten bucht, erfüllt damit gleichzeitig die gesetzliche Dokumentationspflicht und schafft die Datengrundlage für Abrechnung, Controlling und Ressourcenplanung.
Wo die Umsetzung im Alltag schwierig wird
Die meisten Kanzleien scheitern nicht am Willen, sondern an der Infrastruktur. Tatsächlich gilt in vielen Kanzleien: "Ansonsten ist ja meist das Outlook-Postfach die To-do-Liste der Anwälte", wie Kanzleiberater berichten. Informationen fließen durch E-Mails, Aufgaben werden mündlich vereinbart, und der Projektstatus existiert ausschließlich im Gedächtnis der zuständigen Person.
Dazu kommt eine strukturelle Besonderheit: Kanzleien mit partnerschaftlicher Organisation haben häufig verteilte Entscheidungsgewalt. Neue Systeme scheitern nicht selten daran, dass die Partnerebene die Einführung nicht aktiv unterstützt oder selbst nicht konsequent nutzt. Projektmanagement in der Kanzlei ist deshalb immer auch eine Frage der Führungskultur.
Was bei Fehlern passiert
Fehlende Dokumentation kostet nicht nur Geld, sondern auch Mandantenvertrauen. Überraschende Rechnungen sind ein Hauptgrund für Streitigkeiten und Mandatsverluste. Laut der Analyse auf LTO tauschen Unternehmen beratende Kanzleien rigoros aus, wenn diese als zu teuer oder intransparent empfunden werden. Bei Fixpreis-Mandaten bedeutet jede nicht erkannte Budgetüberschreitung direkten Margeneinbruch.
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Warum neue Systeme in Kanzleien oft scheitern und wie die Einführung trotzdem gelingt
Viele Kanzleien wissen, dass sie ihre Mandatssteuerung verbessern müssen. Trotzdem scheitern Einführungsprojekte häufig an organisatorischen Hürden.
Ein häufiger Grund ist die Sorge vor zusätzlichem Aufwand. Berufsträger befürchten, dass Zeiterfassung den Arbeitsalltag komplizierter macht oder Mandatsarbeit unnötig bürokratisiert.
Ein weiterer Faktor ist die partnerschaftliche Struktur vieler Kanzleien. Wenn einzelne Partner neue Prozesse nicht aktiv unterstützen, bleibt die Nutzung im Alltag uneinheitlich.
Deshalb hat sich in der Praxis ein pragmatischer Ansatz bewährt. Kanzleien führen neue Systeme nicht auf einmal für die gesamte Organisation ein, sondern beginnen mit einem klar begrenzten Pilotbereich.
Typische Einstiegsstrategien sind zum Beispiel:
- Einführung in nur einer Praxisgruppe
- Start ausschließlich mit Fixpreis-Mandaten
- Begrenzung auf wenige Tätigkeitskategorien
- zunächst nur Budgetüberwachung statt vollständigem Controlling
Auf diese Weise entstehen erste belastbare Daten, ohne dass der laufende Kanzleibetrieb gestört wird. Sobald der wirtschaftliche Nutzen sichtbar wird, steigt auch die Akzeptanz innerhalb der Partnerschaft deutlich.
Drei Situationen, in denen das System zusammenbricht
Boutique-Kanzlei mit Fixpreis-Mandaten
Eine auf M&A spezialisierte Kanzlei mit zwölf Berufsträgern hat sich auf Pauschalmandate eingestellt. Der Partner, der das Angebot kalkuliert, greift dabei auf Erfahrungswerte zurück. Systematisch erfasste Zeitdaten aus abgeschlossenen vergleichbaren Mandaten gibt es nicht.
Ohne Tool: Der verantwortliche Partner öffnet keine Echtzeitsicht auf den Stundenverbrauch. Erst bei der Rechnungsstellung werden die Zeitaufzeichnungen zusammengesucht und summiert. Das Budget ist bereits überschritten.
Mit einem mandatsbezogenen Zeiterfassungssystem wie ZEP: Jede Tätigkeit wird direkt auf das Mandat gebucht. Bei Erreichen von 80 % des kalkulierten Budgets löst das System eine automatische Warnung aus. Der Partner kann gegensteuern, bevor das Mandat defizitär wird. Die Daten aus abgeschlossenen Mandaten liefern die Kalkulationsgrundlage für das nächste Angebot.
Steuerberatungsgesellschaft in der Hochsaison
Eine Steuerberatungsgesellschaft mit 35 Mitarbeitenden hat ihren Umsatz auf den Zeitraum Februar bis Mai konzentriert. Die Ressourcenplanung läuft per E-Mail-Abfrage: Wer hat noch Kapazität? Wer ist wo eingeplant?
Ohne Tool: Überlastungen zeigen sich erst, wenn ein Mitarbeitender meldet, keine weiteren Mandate mehr annehmen zu können. Zu diesem Zeitpunkt sind Fristen bereits gefährdet, und Umverteilungen sind aufwändig.
Mit ZEP: Die Ressourcenplanung zeigt je Mitarbeitenden die geplante und tatsächliche Auslastung in Echtzeit. Die Kanzleileitung sieht Engpässe Wochen im Voraus, kann Mandate frühzeitig umverteilen oder externe Kapazitäten rechtzeitig einplanen.
Mittelgroße Vollrechtskanzlei mit mehreren Standorten
Eine Kanzlei mit 70 Mitarbeitenden und drei Standorten hat unterschiedliche Stundensätze für Partner, Senior Associates und Associates. Die Rechnungsstellung erfolgt monatlich, aber die Zeiterfassung läuft dezentral in verschiedenen Tabellen je Standort.
Ohne Tool: Die Buchhaltung konsolidiert wöchentlich manuell. Fehler entstehen, Daten fehlen. Die Rechnungsstellung dauert regelmäßig drei Wochen nach Monatsende. Mandanten warten, und die Liquidität leidet.
Mit ZEP: Alle Standorte erfassen mandatsbezogen in einem System. Die Rechnungsstellung erfolgt auf Basis dieser Daten mit wenigen Klicks. Der DATEV-Export lauft automatisiert. Die Zeit zwischen Monatsende und Rechnungsversand schrumpft auf zwei Tage.
Projektmanagement in der Kanzlei Schritt für Schritt einführen
Schritt 1: Mandatsstruktur definieren
In der Praxis ist es nicht notwendig, von Anfang an eine perfekte Mandatsstruktur zu definieren. Viele Kanzleien beginnen mit wenigen klaren Kategorien wie Mandatsarbeit, interne Abstimmung und Dokumentenprüfung.
Erst wenn ausreichend Daten vorliegen, wird die Struktur weiter verfeinert. Dieser iterative Ansatz verhindert, dass die Einführung eines Systems zu komplex wird oder im Alltag auf Widerstand stößt.
Bevor Software eingeführt wird, braucht die Kanzlei eine klare Entscheidung darüber, wie Mandate strukturiert werden sollen. Welche Tätigkeitskategorien werden unterschieden? Welche Mandate erhalten ein eigenes Budgetlimit? Wie werden interne Aufgaben wie Akquisition, Weiterbildung und Verwaltung abgegrenzt?
Diese Struktur ist die Grundlage für sinnvolle Auswertungen. Ohne sie produziert jedes System nur unstrukturierte Daten.
Schritt 2: Zeiterfassung mandatsbezogen einführen
Der zweite Schritt ist die konsequente mandatsbezogene Projektzeiterfassung. Jede Tätigkeit wird direkt einem Mandat, einem Vorgang und einer Tätigkeitsbeschreibung zugeordnet. Das schließt kurze Tätigkeiten wie Telefonate, interne Abstimmungen und Dokumentenprüfungen ein.
Entscheidend ist, dass die Erfassung möglichst wenig zusätzlichen Aufwand verursacht. In Kanzleien mit mobilen Arbeitsabläufen bedeutet das, dass Zeiten direkt während der Tätigkeit oder unmittelbar danach erfasst werden können.
Je einfacher dieser Prozess gestaltet ist, desto höher ist die Akzeptanz im Alltag. Systeme mit mobilen Apps und Offline-Funktionalität reduzieren den Erfassungsaufwand erheblich, weil Tätigkeiten nicht mehr nachträglich aus dem Gedächtnis rekonstruiert werden müssen.
Schritt 3: Budgets und Warnfunktionen hinterlegen
Für jedes Mandat werden Planstunden und Budgets hinterlegt. Automatische Warnfunktionen informieren Verantwortliche, wenn ein definierter Schwellenwert erreicht wird. Das gibt der Kanzlei Zeit zu reagieren, bevor Verluste entstehen. Ausführliche Hinweise zur Gestaltung eines solchen Projektcontrollings finden sich in der entsprechenden Übersicht.
Schritt 4: Ressourcenplanung aktivieren
Im vierten Schritt werden Kapazitäten je Mitarbeitenden erfasst und Mandate anteilig geplanter Auslastung zugeordnet. Kanzleileitung und Kanzleimanager sehen in Echtzeit, welche Praxisgruppe oder welcher Standort ausgelastet ist, und können frühzeitig steuern.
Schritt 5: Rechnungsstellung und Mandantenberichte automatisieren
Abrechenbare Stunden, hinterlegte Stundensätze und Tätigkeitsbeschreibungen fließen direkt in die Rechnungserstellung ein. Mandantenberichte über Projektfortschritt und Budgetstatus können jederzeit auf Knopfdruck ausgegeben werden. Das schafft Transparenz, reduziert Rückfragen und beschleunigt die Zahlung.
Checkliste: Ist das Projektmanagement Ihrer Kanzlei zukunftssicher?
Basis (Muss):
- Jede abrechenbare Tätigkeit wird zeitnah einem Mandat zugeordnet
- Budgets sind für Fixpreis-Mandate hinterlegt und werden überwacht
- Arbeitszeiterfassung erfüllt die Anforderungen aus BAG und EuGH
Erweitert (Sollte):
- Ressourcenplanung gibt Engpässe mindestens zwei Wochen im Voraus an
- Rechnungsstellung erfolgt auf Basis der erfassten Zeiten ohne manuelle Nachbearbeitung
- DATEV-Export läuft automatisiert, ohne Datenverlust
Optimal (Kann):
- Mandantenberichte über Budgetverbrauch und Projektstatus werden automatisch erstellt
- Abgeschlossene Mandate liefern Kalkulationsdaten für neue Angebote
- KPI-Auswertungen zu Auslastung, Realisierungsquote und Profitabilität je Praxisgruppe
Was Projektmanagement in Zahlen bringt
Der Leitfaden zu abrechenbaren Stunden für Kanzleien auf dem ZEP Blog zeigt: Zehn Prozentpunkte mehr abrechenbare Stunden bedeuten bei fünf Anwälten mit einem Stundensatz von 200 Euro und 40 Stunden pro Woche knapp 200.000 Euro Mehrumsatz pro Jahr, ohne dass mehr gearbeitet wird. Das ist der direkte wirtschaftliche Effekt konsequenter Mandatszeiterfassung.
Hinzu kommt die Kalkulationssicherheit bei Fixpreis-Mandaten. Wer auf historische Zeitdaten aus vergleichbaren Mandaten zugreifen kann, gibt Pauschalangebote nicht mehr auf Basis von Schätzungen ab. Das reduziert Fehlkalkulationen systematisch und verbessert die Marge je Mandat.
Schließlich verbessert strukturiertes Projektmanagement in der Kanzlei die Ressourcenverteilung. Überladene Mitarbeitende sind ein Hauptfaktor für Fluktuation in Kanzleien. Wer die Auslastung sichtbar macht und frühzeitig umverteilt, hält nicht nur Fristen, sondern auch Personal.
Aktuelle Daten belegen den Trend: Laut Wolters Kluwer Benchmark 2026 haben bereits 60,7 % der deutschen Kanzleien Automatisierung als Mittel zur Kostenkontrolle eingeführt. Kanzleien, die diese Entwicklung ignorieren, geben Wettbewerbsvorteile ohne Not ab.
So unterstützt ZEP die Umsetzung
ZEP ist als Professional Services Automation Plattform für projekt- und mandatsorientierte Dienstleister entwickelt worden. Für Kanzleien bedeutet das: Mandatszeiterfassung, Ressourcenplanung, Budgetkontrolle, Rechnungsstellung und DATEV-Export laufen in einem System.
Mitarbeitende erfassen Zeiten direkt auf Mandate, ob am PC im Büro, per App beim Mandantentermin oder offline im Gericht. Die Kanzleileitung sieht jederzeit Projektstatus, Budgetverbrauch und Auslastung je Praxisgruppe. Rechnungen werden auf Basis der erfassten Zeiten mit individuellen Stundensätzen je Berufsträger automatisch erstellt. Der DATEV-Export überträgt alle relevanten Daten ohne manuelle Zwischenschritte.
Weitere Hinweise zur operativen Umsetzung der Projektsteuerung in professionellen Dienstleistungsunternehmen liefert der entsprechende Beitrag.
Fazit
Kanzleien, die Projektmanagement als Verwaltungsaufwand betrachten, unterschätzen, was sie täglich verlieren. Nicht erfasste Stunden, unklar kalkulierte Pauschalen und fehlende Ressourcensicht kosten weit mehr als die Einführung eines strukturierten Systems. Wer heute mandatsbezogene Zeiterfassung, Budgetkontrolle und automatisierte Rechnungsstellung einführt, schafft die Grundlage für planbare Margen, belastbare Angebote und eine Kanzlei, die auch bei steigendem Kostendruck profitabel bleibt.
Für Kanzleien, die mit dem Einstieg zögern, gilt: Pilotprojekte reichen. Ein Mandat, drei Monate, konsequente Erfassung. Die Daten entscheiden dann, wie schnell der nächste Schritt folgt.
Viele Kanzleien beginnen bewusst mit einem begrenzten Pilotprojekt. Ein einzelnes Mandat oder eine Praxisgruppe reicht aus, um erste Erkenntnisse zu gewinnen.
Bereits nach wenigen Monaten zeigen sich meist drei Effekte:
- Budgets werden früher überwacht
- Rechnungen werden schneller erstellt
- historische Zeitdaten verbessern die Kalkulation neuer Mandate
Diese Daten bilden die Grundlage für fundierte Entscheidungen über den weiteren Ausbau der Mandatssteuerung.
FAQ
Wie kalkuliere ich Fixpreis-Mandate ohne Verlust zu machen?
Die Grundlage jeder belastbaren Kalkulation sind historische Zeitdaten aus vergleichbaren abgeschlossenen Mandaten. Wer Mandate mandatsbezogen erfasst und auswertet, weiß nach wenigen Monaten, wie lange bestimmte Mandatstypen tatsächlich dauern, welche Vorgänge überproportional Zeit kosten, und wo Effizienzpotenziale liegen. Auf dieser Grundlage lassen sich Pauschalangebote so kalkulieren, dass eine definierte Mindestmarge eingehalten wird. Systeme wie ZEP erlauben es, Planstunden je Mandat zu hinterlegen und den tatsächlichen Verbrauch in Echtzeit zu verfolgen, mit Warnfunktionen, die bei 80 % Budgetausschöpfung auslösen.
Was ist der Unterschied zwischen Mandatszeiterfassung und normaler Arbeitszeiterfassung?
Arbeitszeiterfassung dokumentiert Beginn, Ende und Pausen des Arbeitstages. Das ist die Anforderung aus EuGH-Urteil und BAG-Beschluss. Mandatszeiterfassung geht darüber hinaus: Jede Tätigkeit wird einem konkreten Mandat, einem Vorgang und einer Tätigkeitsbeschreibung zugeordnet. Damit entsteht die Grundlage für Abrechnung, Projektcontrolling und Kalkulation. Moderne Systeme kombinieren beides in einer Buchung, sodass Kanzleien Compliance-Anforderung und Abrechnungsgrundlage gleichzeitig erfüllen.
Wie plane ich Ressourcen in einer Steuerberatungskanzlei effizient?
Ressourcenplanung in Kanzleien beginnt mit Transparenz über zwei Dimensionen: die vorhandene Kapazität je Mitarbeitenden (Vertragsstunden abzüglich Abwesenheiten) und die geplante Auslastung durch laufende und eingehende Mandate. Wer diese Daten in einem System zusammenführt, sieht Engpässe Wochen im Voraus. In Steuerberatungskanzleien ist das besonders relevant für die Jahresabschluss- und Steuererklärungssaison: Frühzeitige Umverteilung verhindert Fristgefährdungen und unkontrollierte Überstunden.
Warum scheitern viele Kanzleien bei der Einführung von Projektmanagement?
Die häufigsten Ursachen sind fehlende Partnerunterstützung, zu komplexe Systeme und unklare Mandatsstruktur vor der Einführung. Kanzleien, die ein System einführen, ohne vorher Tätigkeitskategorien, Mandatshierarchien und Abrechnungsmodelle zu definieren, produzieren strukturierte Daten ohne Aussagekraft. Empfehlenswert ist ein Pilotprojekt: Ein Mandatstyp, ein Zeitraum, konsequente Erfassung. Die gewonnenen Daten überzeugen erfahrungsgemäß auch skeptische Partner schneller als jede Präsentation.
Muss meine Kanzlei Arbeitszeiten erfassen?
Ja. Seit dem BAG-Beschluss vom September 2022 besteht für alle Arbeitgeber die Pflicht zur systematischen Arbeitszeiterfassung. Für angestellte Anwälte hat das Verwaltungsgericht Hamburg im Dezember 2025 klargestellt, dass auch Associates großer Wirtschaftskanzleien unter das Arbeitszeitgesetz fallen. Die Frage ist damit keine Grundsatzfrage mehr, sondern eine der Umsetzung: ob per Zettel, Excel oder einem integrierten System, das gleichzeitig mandatsbezogene Zeitdaten liefert.
Wie erstelle ich professionelle Mandantenberichte über Projektfortschritt und Budgetstatus?
Mandantenberichte setzen voraus, dass Zeiten mandatsbezogen erfasst, Budgets hinterlegt und Tätigkeitsbeschreibungen gepflegt werden. Auf dieser Grundlage lassen sich Berichte, die Aufwand, verbleibende Kapazitäten und geplante Meilensteine darstellen, automatisiert erstellen. Das reduziert Rückfragen, schafft Vertrauen und ist bei vielen Unternehmenskunden heute Voraussetzung für die Vergabe weiterer Mandate. Systeme wie ZEP erlauben die Ausgabe solcher Berichte auf Knopfdruck, ohne manuelle Aufbereitung.








